Dies ist der dritte von drei Texten zum Thema »Not lehrt beten«. Hier findest du Teil 01 und Teil 02.

Alles doof hier

Wer die Nachrichten nicht nur an sich vorbeirauschen lässt, der kann ja schon mal manchmal das kalte Grauen bekommen. Was alles an schlimmen Dingen passiert in der Welt … bah! Schrecklich. 

Nur die großen Themen der letzten Wochen: Rassismus und der Tod von George Floyd, Attila Hildman nennt Hitler (im Vergleich zu Merkel) einen Segen für Deutschland und NSU 2.0, Coronamaßnahmen, Wirtschaftskrise, Flüchtlingskrise, Klimakrise … 

Hört sich alles schlimm an, oder? Das Dumme: ist es auch!

Noch viel schlimmer finde ich, dass man an all den schlimmen Dingen anscheinend nicht so unfassbar viel ändern kann. 

Beispiel Armut: Einerseits ist in den letzten Jahrzehnten viel gegen Armut auf der Welt getan worden und die Menschen, die als extrem arm gelten, werden weniger. Auch die Kindersterblichkeit mit Bezug auf Armutsfolgen hat abgenommen. Das ist wunderbar und ein Grund zum Feiern! Aber trotzdem gibt es immer noch viel zu viele Menschen auf der Welt, die sich jeden Tag darum sorgen müssen, ob sie genug Geld für wenigstens eine Mahlzeit zusammen bekommen. Trotzdem sterben täglich noch tausende Kinder an den Folgen dieser Armut. Und wir? Wir haben einen Lebensstil, der letztlich und platt gesagt darauf beruht, dass wir andere ausbeuten, damit es uns gut geht. Da wird sich in Kürze auch nichts signifikant dran ändern, fürchte ich.

Das ist aber auch bei vielen anderen Themen so. 

  • Trotz aller Friedensbemühungen, Abkommen und Verträge überziehen immer wieder Kriege die Erde. 
  • Trotz aller Maßnahmen zur Gleichstellung von Frau und Mann sind wir davon auch nach Jahrzehnten noch meilenweit entfernt. 
  • Trotz unserer Anstrengungen, Krankheiten auszurotten oder z.B. durch Impfungen zurückzudrängen, fördert unsere Lebensweise die Infizierung des Menschen mit neuartigen Viren, die sich rasend schnell verbreiten (siehe Corona)
  • Entgegen aller wissenschaftlichen Belege und Appelle, fahren wir ein Wirtschaftssystem und einen Lebensstil, der die natürlichen Ressourcen unserer Erde schneller verbraucht, als sie entstehen. Wir sägen buchstäblich auf dem Ast, an dem wir sitzen. 

Wir leben in einer Welt voller Unmöglichkeiten. Trotz vieler Anstrengungen und Bemühungen, bleiben uns einige Probleme ziemlich lästig erhalten …

Zum Großteil sind wir wohl selber schuld. Das Geld wäre da, um Armut zu besiegen. Unsere Lebens- und Wirtschaftsweise ließe sich ändern. Wir könnten Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, schwarz und weiß etc. erreichen, wenn wir uns alle einfach als Menschen sehen und behandeln würden.

Nur – wir tun es nicht. Vielleicht sind wir zu faul, ignorant, egoistisch … wir sind menschenunfreundlich. Vielleicht sind da aber auch noch ganz andere Mächte und Gewalten beteiligt, die auch nicht eben menschenfreundlich sind. 

Ein Traum von einer Welt

Wenn ich mir dagegen Gottes Vision von einer Welt anschaue, dann ist der Kontrast schon ordentlich. 

Gott steht für eine Welt in der Liebe das vorherrschende Motiv ist. In der Frieden Realität ist, und alle eine Heimat haben. Gott ist menschenfreundlich. 

Wenn du das kurz wirken lässt, stellst du vielleicht wie viele Menschen fest: So eine Welt wäre toll und wunderschön. Das Bild einer solch göttlichen Welt lässt mich jedenfalls immer wieder sehnsüchtig aufseufzen: Ja Gott, das wäre so schön!

Wenn ich unter dem Zustand der Welt leide, dann versichert mir die Bibel, dass Gott mitleidet. Mit mir, aber vor allem mit den Armen, Benachteiligten, Unterdrückten, Zurückgelassenen … Sie berichtet auch eindrücklich davon, dass Gott am Ende alles gut machen wird. Seine Welt verwirklichen, Frieden und Gerechtigkeit bringen, alle Tränen abwischen. 

D.h. diese Sehnsucht nach einer heilen Welt, die teilt Gott mit dir und mir. 

Deswegen gilt mit Blick auf die Welt: Es wird auf jeden Fall am Ende alles gut werden. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.  

Dein Reich komme, dein Wille geschehe

Genau dieser Sehnsucht verleiht obige Bitte aus dem Vater Unser Ausdruck. Sie packt meine Sehnsucht in kurze, starke Worte und verbindet sie mit Gottes Sehnsucht. Sie stärkt die Gewissheit: Gott wird es gut machen. Und das hilft zum Ertragen des status quo ebenso, wie zum Anpacken für eine (möglichst) heile Welt im hier und jetzt. 

Deswegen: Gott, unsere Welt ist an so vielen Stellen in einem erbärmlichen Zustand. Ich leide darunter. Und ich weiß, du leidest auch.

Das soll also alles nicht so bleiben. Ich habe eine große Sehnsucht nach einer Welt, wie du sie dir für uns vorstellst. Lass die Vision einer heilen Welt mir immer wieder vor Augen stehen und in meinem herzen wachsen. 
Ich würde so gern darin leben. Noch mehr wünsche ich mir das aber für all die, denen es aktuell so viel schlechter geht als mir.

Ich will alles tun, wozu du mir hilfst, um die Welt ein bisschen heiler zu machen. Und ich will ganz viel von dir erwarten. Dein Reich komme!

—Dein Heiko 


Dazu passt:

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in der Kolumne „Smarte Jugendarbeit“ auf Mr. Jugendarbeit.

Weitere Beiträge der Kolumne „Smarte Jugendarbeit“ sind hier gesammelt.

Foto von DESIGNECOLOGIST auf Unsplash


Heiko Metz

Heiko Metz war Jugendpastor, Landesreferent für die Arbeit mit Kindern und hat eine Kinderfreizeiteinrichtung für benachteiligte Kinder in der schönsten Stadt am Rhein geleitet. Er engagiert sich bei Compassion als Gemeindereferent und ist Lehrbeauftragter für Gemeindepädagogik/ Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule TABOR. Er liebt Kaffee, Jaguare (zum Fahren, nicht unbedingt die Tiere), Bücher, Eis, Single Malt Whisky, Swing und staunt immer wieder neu über Gottes Liebe zu den Kindern dieser Welt.

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