Wunsch oder Zumutung?

Kriegst du auch manchmal gesagt: »Bleib so wie du bist!«? 

Empfindest du das als Kompliment? Als Statement, das sagt: Du bist gut, schön, toll und praktisch unverbesserlich. Ich nehme dich so wie du bist. Cool, oder?

Ich glaube, im Allgemeinen meinen Leute das durchaus positiv, wenn sie das sagen. 

Aber eigentlich. Wenn du mal richtig drüber nachdenkst. So ganz in echt und ehrlich. Dann ist dir doch klar, dass das absoluter Bullshit ist, oder?!

Wenn das wirklich stimmen würde. Wenn du genauso belieben sollst wie du bist. Dann heißt das ja auch: besser wird’s nicht. Nix mit Weiterkommen, Persönlichkeitsentwicklung, Dazulernen, weise werden und all dem Schnick und Schnack. 

Wenn du einfach so bleibst, wie du jetzt bist, dann ist das (a) grausam langweilig, (b) überhaupt nicht befriedigend und (c) eine absolute Verschwendung!

Du kannst noch so viel lernen, dich noch so viel weiter entwickeln, so viel erreichen, wovon du jetzt noch nicht einmal träumst … es wäre schade für dich und die Welt, wenn du so bliebst, wie du gerade bist. Außerdem mal ehrlich. Du kennst dich ja auch, wenn keiner hinschaut. Du weißt, was du andere auch lieber nicht sehen lassen willst von deinen Taten. Und von deinen Gedanken erst! Ob das auch wirklich alles so bleiben soll, wie es ist? Ich glaube nicht!

Besser werden – weil ich’s kann

Also lass das sein mit dem So-Bleiben. Werde stattdessen immer besser. Entwickle dich weiter. Du hast es verdient eine immer bessere Version deines Selbst zu werden. Und die Welt braucht Menschen, die sich nicht mit dem Status quo zufriedengeben, sondern wissen: Da geht noch was!

Dabei geht es nicht um Druck. Nicht darum, dich schlechtzumachen. Sondern darum, Entwicklung als eine Chance zu sehen, als eine Freude herauszufinden, was Gott noch tolles in dich hinein gelegt hat und es zu feiern, dass du nicht auf dein aktuelles Ich festgelegt bist!

Ich bin fest überzeugt, dass deine Jugendlichen Mitarbeitende brauchen, die ihnen darin Vorbild sind!

Psychobiblisch

Das ergibt psychologisch Sinn und lässt sich mit schicken Modellen etc. erklären. Gleichzeitig ist das aber auch ein biblisches Prinzip. Kann also echt nicht falsch sein 😉

Das gilt allgemein: »Gebt also sorgfältig darauf Acht, wie ihr lebt! Verhaltet euch nicht wie unverständige Leute, sondern verhaltet euch klug. Macht den bestmöglichen Gebrauch von eurer Zeit, gerade weil wir in einer schlimmen Zeit leben.«

Epheser 5,15f. NGÜ

Und auch für Christen:

»Ja, wir alle sehen mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn. Wir sehen sie wie in einem Spiegel, und indem wir das Ebenbild des Herrn anschauen, wird unser ganzes Wesen so umgestaltet, dass wir ihm immer ähnlicher werden und immer mehr Anteil an seiner Herrlichkeit bekommen. Diese Umgestaltung ist das Werk des Herrn; sie ist das Werk seines Geistes.«

2. Korinther 3,18 NGÜ

Also – wenn dir das nächste Mal jemand wünscht: »Bleib so, wie du bist!«, hau ihm eine rein! sag ihm »Das willst du doch gar nicht!« Und starte mit ihm gemeinsam einen Weiter-Entwicklungs-Schritt.

Viel Spaß dabei

—Dein Heiko 


Dazu passt:

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in der Kolumne „Smarte Jugendarbeit“ auf Mr. Jugendarbeit.

Weitere Beiträge der Kolumne „Smarte Jugendarbeit“ sind hier gesammelt.

Foto von Kyle Glenn auf Unsplash


Heiko Metz

Heiko Metz war Jugendpastor, Landesreferent für die Arbeit mit Kindern und hat eine Kinderfreizeiteinrichtung für benachteiligte Kinder in der schönsten Stadt am Rhein geleitet. Er engagiert sich bei Compassion als Gemeindereferent und ist Lehrbeauftragter für Gemeindepädagogik/ Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule TABOR. Er liebt Kaffee, Jaguare (zum Fahren, nicht unbedingt die Tiere), Bücher, Eis, Single Malt Whisky, Swing und staunt immer wieder neu über Gottes Liebe zu den Kindern dieser Welt.

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