Mitarbeiterwechsel im Alten Testament

Stell dir vor es ist ca. 850 v. Chr. und in Israel regiert ein König, der es mit seiner Aufgabe nicht so genau nimmt. Für das Volk da sein? Lieber für mich selber das Beste rausholen. Mich an Gottes Gebote halten? Interessiert mich nicht. Wer ist schon dieser Gott gegen mich, den König?! (mehr dazu in Die Bibel, 1. Könige_1)

In diese Situation hinein schickt Gott sogenannte Propheten. Boten, die in Israel unmissverständlich verkünden sollen: Gott allein ist Gott. Er hat für Israel das Beste im Sinn – nämlich ein gutes Leben für die Menschen. Der König hat nur seinen Eigennutz im Sinn.
Elia ist einer dieser Propheten – und er macht sich mit seiner Botschaft natürlich nicht nur Freunde. So wichtig und richtig sie auch ist – sie ist gefährlich. Vor allem die königliche Familie versuchte Eilia öfter mal mund- oder ganz tot zu machen. Im Volk ist er allerdings sehr angesehen und beliebt. Letztlich sind sich alle sicher: Dieser Mann kennt und sagt den Willen Gottes.

Als Elias Lebenszeit dem Ende entgegengeht, soll Elischa als Prophet übernehmen. Dafür ist er schon vor einiger Zeit berufen worden (1 Kö 19,19-21).

Für Elia ist die Nachfolgeregelung klar. Elischa soll vor Ort bleiben, um sich dort um die anderen Prophetenschüler zu kümmern. Aber Elischa tut sich mit dieser Sache schwer. 

Er bleibt nicht zurück und nimmt den Auftrag an, sondern zieht weiter mit Elia. 

Als die beiden den Jordan überschreiten, entscheidet sich Elischa. Er will wirklich Nachfolger Elias werden und bittet Elia um eine besondere Befähigung dazu. Das ist absichernd, wie mutig zugleich. Elischa will offiziell als Erbe des Prophetenamts anerkannt werden. (Vgl. 5 Mo 21,17).

Und dann ist es so weit: Elischa ist alleine. Kein großer, bekannter Prophet ist mehr da, der ihm sagen kann, was zu tun ist, was Gottes Wille ist. Elischa ist selbst für sein Tun und Handeln und die Ausführung des Auftrags Gottes an Israel verantwortlich. (2 Kö 2,1-12a)

Zusammengefasst:

  • Gott hat seinen Plan mit Elischa, aber er zwingt ihn zu nichts
  • Gott wartet auf die Entscheidung Elischas
  • Das Vorbild Elias hat sicher stark dazu beigetragen, dass Elischa die “richtige” Entscheidung treffen konnte.

Auf der Schulter von Riesen

  • Ist mir klar, dass ich als Nachfolger (Christi) immer auch Nachfolger (von Christen vor mir) bin und dass, ich deren Erbe nicht verleugnen oder ignorieren kann (z.B. vorheriger Jungscharleiter)?
  • Habe ich mich bewusst dafür entschieden, meinen Dienst als Mitarbeiter anzutreten?
  • Habe ich bewusst darum gebeten, von Gott mit Gaben, Kraft und Liebe ausgestattet zu werden, um diesen Dienst tun zu können?
  • Achte ich darauf, wann und wo Gott mir einen Nachfolger ans Herz legt, der meine Aufgabe weiterführen kann und wird?
  • Bin ich ein Vorbild für die Kinder/Jugendlichen, das sie zur rechten Entscheidung anleitet?

Danke, dass du dich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter in Kinder und Jugendliche investierst!

– Dein Heiko


Dazu passt:

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen auf mrjugendarbeit.com.

Weitere Beiträge der Kolumne „Smarte Jugendarbeit“ sind hier gesammelt.

Foto von Dimitri Houtteman auf Unsplash


Heiko Metz

Heiko Metz war Jugendpastor, Landesreferent für die Arbeit mit Kindern und hat eine Kinderfreizeiteinrichtung für benachteiligte Kinder in der schönsten Stadt am Rhein geleitet. Er engagiert sich bei Compassion als Gemeindereferent und ist Lehrbeauftragter für Gemeindepädagogik/ Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule TABOR. Er liebt Kaffee, Jaguare (zum Fahren, nicht unbedingt die Tiere), Bücher, Eis, Single Malt Whisky, Swing und staunt immer wieder neu über Gottes Liebe zu den Kindern dieser Welt.

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